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Gute Interview-Briefings schützen alle Beteiligten

Ein unvorbereiteter Interview-Gast ist ein Risiko. Er gefährdet die Qualität des Videos und die Beziehung zum Gast selbst. Ein durchdachtes Interview-Briefing gibt Sicherheit, klärt Erwartungen und sorgt für verwertbare Ergebnisse.

Die Aussage, man mache alles ganz spontan, ist in der Videoproduktion extrem gefährlich. Spontanität vor der Kamera erfordert paradoxerweise die meiste Vorbereitung. Ohne Briefing tappen beide Seiten im Dunkeln. Moderne Videostrategien belegen, dass die natürlichsten Soundbites aus Interviews stammen, in denen sich der Gast durch einen klaren Rahmen absolut sicher fühlt.

Zusammenfassung

  • Spontanität vor der Kamera funktioniert ausschliesslich mit einem sicheren Rahmen.
  • Ein Briefing klärt den Zweck, die Zielgruppe und den inhaltlichen Kern des Gesprächs.
  • Gäste erhalten Themenbereiche, niemals ausformulierte Fragen.
  • Das Briefing schützt den Gast vor unangenehmen Überraschungen und Unsicherheit.
  • Es etabliert den Interviewer als professionellen und verlässlichen Partner.

Spontanität braucht festen Rahmen

Die Idee, dass ein Gast besonders natürlich wirkt, wenn er völlig unvorbereitet ins Interview geht, ist ein Irrtum. Wahrscheinlicher ist, dass der Gast nervös wird, abschweift, sich in Details verstrickt oder auf Firmen-Floskeln zurückfällt, um sich sicher zu fühlen.

Echte Natürlichkeit entsteht, wenn der Gast weiss, worauf er sich einlässt. Er muss das Gefühl haben, dass das Setup ihn unterstützt und nicht vorführt. Ein gutes Briefing nimmt die Angst vor dem Unbekannten.

Briefing-Inhalte klar definieren

Ein gutes Briefing ist kein Skript. Es schreibt dem Gast nicht vor, was er zu sagen hat. Es gibt ihm stattdessen den Kontext, den er braucht, um seine eigenen Gedanken zu ordnen.

Ein gutes Dokument definiert den Zweck des Videos, die Zielgruppe und die grossen Themenblöcke. Es klärt den Ablauf, die Dauer und die Logistik wie den Dresscode.

Exakte, ausformulierte Fragen gehören unter keinen Umständen in das Briefing. Wenn Gäste die genauen Fragen vorher kennen, schreiben sie oft Antworten vor und lernen diese auswendig. Im Interview versuchen sie dann, diesen Text abzurufen. Das wirkt unnatürlich und roboterhaft.

Briefings schützen den Gast

Ein Briefing ist eine Form von Respekt. Es signalisiert dem Gast, dass die Produktion seine Zeit ernst nimmt und ihn im besten Licht zeigen will.

Es schützt den Gast davor, am Set von Themen überrascht zu werden, zu denen er sich nicht äussern kann. Das Briefing gibt ihm die Möglichkeit, im Vorfeld Grenzen zu setzen und heikle Finanz- oder Produktthemen auszuklammern.

Vorab-Gespräche liefern Goldstandard

Das schriftliche Briefing ist gut, ein kurzes Pre-Interview am Telefon oder im Video-Call ist besser. Es dauert oft nur fünfzehn Minuten, erfüllt aber entscheidende Aufgaben.

Der Interviewer lernt die Sprache und Energie des Gastes kennen. Er testet, bei welchen Themen der Gast aufblüht und wo er eher kurz angebunden ist. Er nimmt dem Gast die Nervosität. Wenn sich beide am eigentlichen Drehtag treffen, sind sie keine Fremden mehr. Sie haben bereits eine Basis, auf der das Interview aufbaut.

Gut zu wissen

Warum sind ausformulierte Fragen gefährlich?

Gäste lernen konkrete Fragen auswendig oder bereiten schriftliche Antworten vor. Das führt zu einer hölzernen, abgelesenen Performance anstelle eines natürlichen Gesprächs.

Wie lang sollte ein Briefing sein?

Ein gutes schriftliches Briefing passt auf eine einzelne Seite. Es muss prägnant die Themen, den Rahmen und die organisatorischen Details zusammenfassen.

Was ist der grösste Fehler im Briefing?

Der grösste Fehler ist ein fehlendes Ziel. Wenn der Gast nicht weiss, ob das Video an Kund:innen verkauft oder intern ausbildet, wählt er den falschen Ton.

Warum ist das Vorab-Gespräch so wichtig?

Es baut eine persönliche Beziehung auf und nimmt die Nervosität. Der Interviewer merkt sofort, ob ein bestimmtes Thema funktioniert oder blockiert wird.

Was passiert, wenn Stakeholder das Briefing umgehen?

Das Video wird generisch und schwer schneidbar. Ohne den Schutz des Briefings verfällt der Gast in sicheres Corporate-Wording, das keinen Mehrwert bietet.

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